Welcher Instant-Messenger ist der sicherste?

von Bettina Metzler · 12. April 2016
Instant_Messenger

© BSMC.ch | Instant-Messenger

Letzte Woche waren die Medien noch mit dem Instant-Messaging-Dienst  ‘WhatsApp’ gefüllt und deren Ankündigung, dass nun endlich alles verschlüsselt werden soll. Inzwischen ist wieder alles ruhig um ‘WhatsApp’ geworden und die Sicherheit dieser Verschlüsselung ist umstritten. Alternative Anbieter wie Threema, Signal / Open Whisper oder Xabber sind sicherer, aber weniger bekannt und weniger verbreitet.

Wenn man die Instant-Messaging-Dienste genauer unter die Lupe nimmt, ergeben sich interessante Erkenntnisse. Auf der freien Enzyklopädie Wikipedia findet sich eine alphabetisch geordnete Übersicht mit einer Liste von mobilen Instant-Messengern, die derzeit aktuell sind. Betrachtet man die Verschlüsselung genauer, findet man eine Einteilung in fünf Kategorien “Ende-zu-Ende”, “Client-Server”, “Authentifizierung”, “Abstreitbarkeit” und “PFS”.

Mit einem Blick ist erkennbar, dass bei WhatsApp bzgl. Verschlüsselung und Funktionen oder OpenSource fast nur “nein” gilt – ein nahezu durchgängiger hellroter Sreifen zeigt dies optisch an. Dazu sieht man im Gegensatz die vielen Mitbewerber, bei welchen fast überall “ja” gilt – sichtbar gekennzeichnet durch neongrün.

Wie sieht es nun genau mit der Verschlüsselung aus? So detailliert sollte man als WhatsApp-Nutzer gar nicht schauen, denn bzgl. dieser Kriterien, bildet WhatsApp wirklich das Schlusslicht im Vergleich zu allen anderen Instant-Messengern. Es ist ein hellroter Balken erkennbar, überall ein “nein”. Und die neu beworbene “Server-Client”-Verschlüsselung von letzter Woche ist nicht genormt, so wie bei den meisten anderen, sondern lediglich eine Eigenentwicklung.

Der aufmerksame Beobachter fragt sich, ob es sich bei der Medienaktion letzte Woche wohl um eine Werbekampagne des Unternehmens WhatsApp, das seit 2014 Facebook gehört, handelte, weil inzwischen mehr als genug alternative Instant-Messaging-Dienste auf dem Markt sind und man sich sorgt, dass die Nutzer davonlaufen?

Erschreckend, wenn man bedenkt, wie weit dieses System verbreitet ist und auf wievielen Plattformen es angeboten wird. Android und iOS decken wohl mehr als 80% ab und wenn man die zweite Tabelle auf Wikipedia genauer betrachtet, stellt man fest, dass genau die unsichersten Systeme -wie eben auch WhatsApp- die meisten Plattformen unterstützen.

Wer also wirklich sicher mobil Instant-Messenger-Dienste nutzen möchte, der sollte sich auf Anbieter konzentrieren, welche bzgl. der Verschlüsselung möglichst viele der fünf Kategorien erfüllen. Zieht man die Tabelle mit den unterstützten Plattformen hinzu, so bleiben nur noch wenige, zu empfehlende Messenger. Dies wären dann u.a. Threema, Signal / Open Whisper und Xabber, aber auch Beem, ChatSecure oder Conversations.

© 2016 Bettina Metzler · contact@BettinaMetzler.com · alle Rechte vorbehalten

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Autorenprofil:
Bettina Metzler lic.rer.pol. – frei publ.
Die Ökonomin und freie Publizistin studierte Politik, Geschichte und Journalistik. Das Studium der Wirtschaftswissenschaften (Mikroökonomie – Makroökonomie – Betriebswirtschaft) schloss sie 1997 an der Universität in Basel (Schweiz) mit dem Lizentiat ab.
Fundierte Erfahrung über Jahre im Bereich Marketing und Kommunikation in den unterschiedlichsten Branchen. Als CCO fokussiert auf das breite Gebiet der Kommunikation, in den Tätigkeitsbereichen der online PR, dem Aufbau und Beratung von online relations, web publishing, coporate blogs, ghostwriting, personal coaching und social network communications.

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