Unternehmen haben Cloud-Potenzial erkannt

von Bettina Metzler · 11. Januar 2016

Nur noch etwa 14,9 Prozent aller untersuchten Unternehmen sind sogenannte «Cloud-Verweigerer». Dies sind gemäß einer Studie von Crisp Research “Multi-Cloud-Management im deutschen Mittelstand” die Unternehmen, die im Rahmen ihrer IT-Strategie weder aktuell noch künftig Cloud Computing einsetzen möchten. Der beeindruckende Rest von 85,1 Prozent hat inzwischen das Cloud-Potenzial erkannt.

Grafik_CloudComputing

Das bedeutet, dass die Mehrheit aller befragten mittelständischen deutschen Unternehmen im Begriff ist, Cloud-Services und -Technologien zu nutzen. Entweder plant man die Cloud in Zukunft zu implementieren, ist gerade dabei, diese einzuführen oder setzt diese bereits produktiv ein. Je nach Status befinden sich die Unternehmen in der Planungs-, Einsteiger- oder Profi-Phase. Die Cloud ist überall – doch den wenigsten ist dies bewusst, vor allem im privaten Bereich wird die Wolke inzwischen kräftig genutzt. IaaS (Infrastructure as a Service) ist die Basis für Cloud Computing. Dabei handelt es sich im Prinzip um Rechnerwolken mit einer Infrastruktur aus virtualisierten Computerhardware-Ressourcen wie Rechnern, Netzen und Speicher. Es gibt x Anwendungsbeispiele für Cloud Computing; Cloud Storage und Cloud Managed LAN-Services sind nur zwei dafür. Die neu entstandene Dienstleistung des MPCP ist die Folge eines mangelnden Verständnisses der Funktionsweise der Public Cloud.

Cloud Storage, also die Cloud als Speicher, ist eine der meistgenutzten Cloud-Services. Man versteht darunter die Online-Speicherung und -Sicherung auf Datenspeichern eines
Internetdienstanbieters in einem Rechenzentrum. Auf die Wolke werden insbesondere die großen Datenmengen der Anwender outsourced: Beim Privatmann sind das die Urlaubsbilder, die z.B. auf Dropbox (in den USA) geladen werden. Firmen lagern ebenfalls große Datenmengen zur Datensicherung aus, verwenden aus Sicherheitsgründen jedoch inzwischen Anbieter, welche garantieren, dass die Daten im Inland bleiben.
Die Datensicherheit steht bei solchen Services an erster Stelle und diese wird durch sog. „Backups“ garantiert, d.h. die Daten werden beispielsweise täglich in ein inkrementelles Backup eingebunden. Je nach Lösung und Applikation werden weitere Funktionen, wie das Synchronisieren und das Teilen der Daten angeboten. Bei der Synchronisation geht es um einen Abgleich der Daten in verteilten Systemen (Devices). Mit einer „Sync“-Funktion könnte man z.B. Adressbücher und Termine auf verschiedenen mobilen Geräten (Smartphones und Tablets) untereinander und mit Desktop-PCs und / oder Server abgleichen. Zur optimalen Sicherheit erfolgt eine Verschlüsselung der Daten (encrypted files) auf dem Server und die Vergabe von Datei-Zugriffsrechten an bestimmte Nutzer oder Nutzergruppen zum Sharen der Dateien (z.B. Urlaubfotos). Ideal ist ein Filesharing mit Versionskontrolle.

Cloud Managed LAN-Services werden ebenfalls in der Wolke betrieben. Alle nutzen es täglich, doch wenigen ist bewusst, wie es funktioniert, das LAN (Local Area Network) im Office. Bis vor einiger Zeit war immerhin noch der „Kabelsalat“ der unzähligen Geräte zu sehen, doch heute funktioniert das Ganze unsichtbar via Funk, also kabellos. Man spricht vom Wireless LAN oder Funknetz, bzw. kurz WiFi. Hinter einem solchen Netz steckt eine Menge an Technik, die sich hinter den Schlagworten Verschlüsselung und Authentifizierung verbirgt. Über sogenannte Credentials erfolgt z.B. die Identitätsprüfung eines Benutzers als Zugangs- und Rechtekontrolle für ein System. Die einzelnen Geräte müssen verwaltet und gemanaged werden. Und wo geschieht dies? In der Cloud.

In der eingangs erwähnten Studie von Crisp Research überwiegt zwar im Ganzen der positive Tenor bzgl. der 85,1 Prozent «Cloud-Ja-Sager», jedoch gibt es einen Punkt, den die Studie bemängelt:

Das mangelnde Verständnis für die
Verantwortlichkeiten in der Public Cloud.

Die Unternehmen wollen zwar kräftig Outsourcen, aber der Public Cloud-Anbieter soll weiterhin die Verantwortung tragen – doch dies steht konträr zur sog. Shared-Responsibility, dem IaaS-Management in einer Public Cloud. Das Self-Service-Modell erwartet vom Kunden eigene Verantwortlichkeiten – jedoch gibt es meist zu wenig qualifizierte Mitarbeiter, die solche Arten von Cloud-Projekten zu stemmen in der Lage wären. Das Knowhow um die Public Cloud ist wohl zu komplex, als dass man es sich „so nebenher“ aneignen könnte. Um diese Wissenslücke der Firmen und Unternehmen zu schließen, hat sich der Beratungsservice des MPCP („Managed Public Cloud Provider“) entwickelt. Diese Berater konzentrieren sich voll und ganz auf die „Spezialitäten einer Public Cloud“. Sie sind das Bindeglied, sie übernehmen die Verantwortung im Namen des Unternehmens und managen für dieses die komplette Public Coud. Die Aufgaben eines guten MPCP bestehen in der Entwicklung und dem Betreiben der Systeme, Applikationen und virtuellen Umgebungen seiner Kunden auf den Public Cloud-Infrastrukturen von bpsw. aller namhaften Anbieter wie Amazon Web Services, Microsoft Azure, VMware vCloud Air, IBM Softlayer, ProfitBricks, um nur einige zu nennen.

Der Dienstleistungsservice des MPCP und die beiden Anwendungsbeispiele sind nur ein kleiner Auszug an neuen Möglichkeiten und Services, die sich rund um das Cloud Computing in der letzten Zeit entwickelt haben. Bei weiterer Akzeptanz der „Wolke“ werden sicherlich noch mehr Applikationen und Lösungen rund um diese elektronischen Wasserdampf-Gebilde entstehen – ein Markt, in welchem ein großes Wachstumspotenzial steckt.

© 2016 Bettina Metzler · contact@BettinaMetzler.com · alle Rechte vorbehalten

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Autorenprofil:
Bettina Metzler lic.rer.pol. – frei publ.
Die Ökonomin und freie Publizistin studierte Politik, Geschichte und Journalistik. Das Studium der Wirtschaftswissenschaften (Mikroökonomie – Makroökonomie – Betriebswirtschaft) schloss sie 1997 an der Universität in Basel (Schweiz) mit dem Lizentiat ab.
Fundierte Erfahrung über Jahre im Bereich Marketing und Kommunikation in den unterschiedlichsten Branchen. Als CCO fokussiert auf das breite Gebiet der Kommunikation, in den Tätigkeitsbereichen der online PR, dem Aufbau und Beratung von online relations, web publishing, coporate blogs, ghostwriting, personal coaching und social network communications.

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