Big Data – vom Giga in Richtung Yotta

von Bettina Metzler · 20. August 2015

BigData

Ein Yottabyte = 10 hoch 24 Byte = 1’000’000’000’000’000’000’000’000 Byte – “Big Data”, ein aktueller Begriff, der en vogue ist. Ein Modewort, ein Buzzword in aller Munde – aber was genau versteht man darunter?

Genau weil es hype ist, diesen Begriff zu verwenden, taucht er zwar überall auf, jedoch findet man nirgendwo eine Definition, sondern eher schwammige Umschreibungen. Das mag wohl auch an dem Umstand liegen, dass dieses Schlagwort einem kontinuierlichen Wandel unterliegt. Am naheliegendsten ist der Ansatz, vom englischen Begriff auszugehen:

Big „groß“ und Data „Daten“ diese beiden Worte zusammen als englischer Begriff umschreibt sehr umfangreiche, große Datenmengen.

Und diese Menge der produzierten Daten wächst ungebrochen:

Bewegen wir uns in Richtung Yottabyte, die Eins mit den 24 Nullen? Big Data-as-a-Service? Das ist gar nicht so unwahrscheinlich, denn bis in fünf Jahren, also im Jahr 2020, erwarten uns laut Experten 44 Zettabytes an Daten, dies entspräche rechnerisch über 5’000 Gigabyte für jeden Erdenbürger. Dabei wird allerdings ein Großteil der Daten durch Geräte erzeugt: 50 Milliarden davon sind im Internet of Things (IoT) bis 2020 verbunden. Dies beginnt bei der Digitalisierung von Inhalten und geht weiter über die Integration digitaler Mess-, Steuer- und Regelsysteme. Das sind meist ganz normale Alltagsgegenstände, wie z.B. Thermometer, Kühlschränke, Blutdruckmessgeräte usw., die über einen Router angebunden sind, der dann die produzierten Daten über das Internet zur Auswertung weiterleitet. Das große WWW und die Social Media tragen ihr Übriges dazu bei. Es entstehen immense, heterogene Datenmengen.

Diese Datenmengen stellen aufgrund ihrer Eigenschaften besondere Anforderungen an Analysen. In diesem Zusammenhang spricht man von den sogenannten 3 Vs – volume, varity und velocity. V1 ist die Menge bzw. das Volumen, V2 bedeutet die Komplexität und Variation und V3 bezieht sich auf die Geschwindigkeit der schnellen Veränderung.

Mit ganz einfachen Worten könnte man sagen, dass die Datenmengen von Big Data zu umfangreich, zu komplex und zu schnell veränderbar sind, um sie mit händischen oder klassischen Methoden der Datenverarbeitung auswerten und damit “brauchbar” machen zu können.

Im Deutschen existierte für diese Art von Daten bis anhin der traditionelle Begriff der Massendaten. Das Berlin Big Data Center (BBDC) greift diesen Begriff wieder auf. BBDC spricht von der technischen Herausforderung der “Big Data” aufgrund deren neuen Art der Komplexität und führt einen weiteren Begriff ein: „Smart Data“, die intelligente Analyse von Massendaten in deren fünf Dimensionen, wörtlich:

Aus diesem Grunde spricht man oft auch nicht mehr von „Big Data“, sondern von „Smart Data“, der intelligenten Analyse von Massendaten. Um diese zu erreichen, müssen neue Technologien und Systeme im Bereich der skalierbaren Datenverarbeitung und neue algorithmische Verfahren der Datenanalyse erforscht und entwickelt werden. Neben diesen technischen Herausforderungen umfasst „Smart Data“ auch Herausforderungen in den Bereichen Anwendungen, Wirtschaft, Recht und Soziales.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt den Aufbau von Big Data-Kompetenzzentren wie das BBDC und weist auf einen verantwortungsvollen Umgang mit den Daten und den neuen intelligenten Big Data-Technologien hin. Big Data birgt für Wissenschaft und Wirtschaft große Potentiale, indem der Entscheidungsfindungsprozess in Unternehmen nachhaltig verändert und über wissenschaftliche Fortschritte und Innovationen die Wettbewerbsfähigkeit der Wissenschaft und der Unternehmen gesteigert wird.

© 2015 Bettina Metzler · contact@BettinaMetzler.com · alle Rechte vorbehalten

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Autorenprofil:
Bettina Metzler lic.rer.pol. – frei publ.
Die Ökonomin und freie Publizistin studierte Politik, Geschichte und Journalistik. Das Studium der Wirtschaftswissenschaften (Mikroökonomie – Makroökonomie – Betriebswirtschaft) schloss sie 1997 an der Universität in Basel (Schweiz) mit dem Lizentiat ab.
Fundierte Erfahrung über Jahre im Bereich Marketing und Kommunikation in den unterschiedlichsten Branchen. Als CCO fokussiert auf das breite Gebiet der Kommunikation, in den Tätigkeitsbereichen der online PR, dem Aufbau und Beratung von online relations, web publishing, coporate blogs, ghostwriting, personal coaching und social network communications.

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